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FEG-Newsletter
23.03.2010
Bonn, 23.03.2010
Sehr geehrte Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Schülerinnen und Schüler,
die von Nora Koenemann, einer Schülerin der Jahrgangsstufe 12, initiierte Spendenaktion für die Opfer von Haiti ist mit großem Erfolg zu Ende gegangen. Nora Koenemann, die sehr betroffen von dem Erdbeben in Haiti war, wollte hier unbedingt helfen. Schnell war der Kontakt zu einer ehemaligen Schülerin, Silja v. Bornstaedt, hergestellt, die heute bei der Hilfsorganisation Save the Children arbeitet. Nora gefiel besonders das Projekt, Kindern so schnell wie möglich einen normalen Schulalltag zu ermöglichen, wo sie wenigstens ein Zeltdach über dem Kopf haben. Papier und Stifte helfen den Kindern, das Erlebte in Texten und Bildern zu verarbeiten. Nora hat mit Hilfe von einigen anderen Schülern, besonders Maximilian Busch, insgesamt 731,10 Euro gesammelt. Da ein Zelt mit Ausstattung rund 1000 Euro kostet, hat sich der Lionsclub Bonn-Ennert bereit erklärt, den gesammelten Betrag entsprechend aufzustocken. Allen, die dieses Projekt unterstützt haben, besonders auch dem Lions-Club herzlichen Dank!
Wie sich die Sicht auf die Dringlichkeit an Hilfe nach einer solchen Naturkatastrophe schärfen kann, hat ein Schüler unserer Schule beim Erdbeben in Chile erlebt. Dem sehr anschaulichen Bericht von Tim haben seine Eltern, Birgitta und Sven Wehnert, folgende Zeilen vorangestellt:
Tim ist Schüler der 11. Klasse des FEG`s und verbringt zur Zeit ein Auslandsjahr in Santiago de Chile. In seiner Rundmail schildert er die Situation vor Ort nach dem starken Erdbeben vom 27. Februar und den vielen größeren und kleineren Nachbeben. Auch wenn die Berichterstattung über die Lage in Chile fast vollständig aus den öffentlichen Medien verschwunden ist, ist der Bedarf an Hilfe doch sehr groß. Mehr als zwei Millionen Menschen sind in der Erdbebenregion betroffen. Zahlreiche Häuser, Krankenhäuser, Strom- und Wasserleitungen sind zerstört. Erschwerend kommt hinzu, dass nun in Chile die kalte Jahreszeit beginnt mit vor allem kühlen Nächten . Tims Bitte um Hilfe wollen wir uns hiermit anschließen. Fast alle großen karitativen Organisationen wie das Rote Kreuz, ASB, Johanniter, Ärzte ohne Grenzen,Aktion Deutschland Hilft uva. haben Spendenkonten für die Erdbebenopfer in Chile eingerichtet.
Tim Wehnert, Santiago de Chile, März 2010
Buenos dias,
also,da ich jetzt seit gestern wieder Elektrizität habe, kann ich jetzt auch wieder eine Mail schreiben. Als am Freitag in der Nacht das Erdbeben begann, bin ich gerade mit meinem Gastbruder von einer Party zurückgekommen. Als ich mir die Zähne geputzt habe, begann es leicht zu beben und mir war noch nicht klar, was los war. Aber als ich dann aufstand, wusste ich, dass es ein Erdbeben war und bin direkt raus aus meinem Zimmer um auf die Straße zu gehen. Als dann die komplette Familie die Treppe runter gehen wollte, fing es plötzlich viel stärker an, man konnte nicht mehr laufen, da es so stark gewackelt hat und das Licht ging aus und ich dachte, das Haus stürzt einfach ein, weil man überall gehört hat, wie Sachen runter fallen und es hörte sich so an, als würden die anderen Häuser schon einstürzen, also habe ich mir meinen kleinen Gastbruder von 7 Jahren unter den Arm genommen und bin die Treppe runter gesprungen. Zum Glück hat es uns nicht so stark getroffen, weil das Haus erdbebensicher gebaut ist, wie fast jedes relativ neue Haus in Santiago. Deswegen hatten wir hier viel mehr Glück als ein Stückchen weiter im Süden, ( im Fernsehen wird bestimmt darüber berichtet) Concepción, Constitución, Talca und Illoca sind wesentlich stärker betroffen, da es sehr alte Städte sind, dort sind fast alle alten Gebäude eingestürzt.Vor allem die Städte am Meer wurden zusätzlich von den Tsunamis getroffen, aber davon habt ihr bestimmt in den Nachrichten gehört.
Deswegen berichte ich mal etwas aus Santiago und meiner näheren Umgebung. In Santiago sind, soweit ich weiß, bis jetzt mehr als 15 Häuser umgefallen und gerade fällt ein 30 bis 40 Etagen Hochhaus um, von hier mit dem Fahrrad etwa 15 min entfernt. In den Wänden und Fundamenten fast aller Hochhäusern und auch in den alten Gebäuden sind Risse zu sehen, auch deswegen mußte der Schulanfang auf nächsten Montag verschoben werden, weil ein zu hohes Risiko besteht. Mauern und Balkone sind einfach abgebrochen. Dies sind die von außen sichtlichen Schäden, was im inneren zerstört wurde, kann man sich ja vorstellen. In den Supermärkten sind die Böden rot, da alle Regale umgekippt sind. Viele Freunde haben keine Gläser und Teller mehr ( wir hatten Glück, weil hier das Geschirr in gut verschlossenen Schränken gelagert wird.)
Naja und es ist auch noch nicht vorbei; hier in Santiago gab es 6 größere Nachbeben mit einer Stärke von über 5 (eins 6.5) und insgesamt mehr als 60 kleinere Nachbeben, Wissenschaftler sagen, dass es wahrscheinlich noch 3 Monate stark und ein Jahr leicht nachbeben wird. Und man darf nicht vergessen, dass das ganze hier ein Witz ist, verglichen mit dem, was ein bisschen weiter im Süden passiert ist.
Ich habe schon viele meiner Anziehsachen gespendet. Heute habe ich von 8 bis 15 Uhr Anziehsachen entgegengenommen und geordnet und an den Häusern um Lebensmittel für die betroffenen Menschen gefragt. Und wenn ich zur Bank komme, werde ich auch Geld spenden, denn ich habe das alles selbst mitbekommen und mit Leuten gesprochen, die ihre Häuser verloren haben. Es gibt Großstädte, die von der Fläche vergleichbar sind mit Köln, die einfach nicht mehr stehen! Also, wer genug hat und was abgeben möchte, kann Spenden z.B unter www.untechoparachile.cl oder www.cruzroja.cl oder einem anderen Spendekonto für Chile.Und ich kann euch versichern, es wird gebraucht, die Menschen leben hier auf der Straße ohne Essen, ohne Geld . Stellt euch vor, in Bonn würden 80 % der Einwohner ohne alles auf der Straße leben müssen, ohne Geld gäbe es da keine Hoffnung auf Besserung.
Geld regiert die Welt, aber es sollte nicht die Menschen regieren! Also reißt euch davon los und gebt es Leuten, die es wirklich benötigen. Oder seid kreativ und macht Spendenläufe, sammelt oder macht Aktionen an/mit eurer Schule. Saludos de chile o de lo k aun keda Tim
Es ist beeindruckend, wie eindringlich Tim die Situation schildert und wie selbstverständlich er zu teilen bereit ist. Daher wäre es schön, wenn möglichst Viele aus der Schulgemeinde des FEG seinem Spendenaufruf folgten.
Bevor am Freitag die Osterferien beginnen, darf ich Sie an ein wichtiges kulturelles Ereignis in unserer Schule erinnern: der inzwischen traditionell von der Jahrgangsstufe 13 ausgerichtete Kulturabend findet morgen, Mittwoch, den 24.03.2010, und übermorgen, Donnerstag, den 25.03.2010, im PZ der Schule statt; Beginn 19.00 Uhr. Auch in diesem Jahr ist das Programm Ergebnis eines von den Abiturienten selbstständig durchgeführten Castings, und wir dürfen uns auf einen spannenden und interessanten Abend freuen, an dem wir Talente unserer Schülerinnen und Schüler erleben und entdecken werden, die wir bisher noch nicht kannten. Der Eintrittspreis beträgt 3 Euro. Ein Teil des Erlöses geht in diesem Jahr an Amnesty International.
Nun bleibt mir nur, Ihnen und Ihrer Familie ein recht frohes Osterfest und sehr schöne, erholsame Ferien zu wünschen.
Mit freundlichen Grüßen
A. Andereya, Schulleiterin
Hinweis: Sollten Sie Bedarf an einem Newsletter in Papierformat haben, wenden Sie sich bitte an die Klassenlehrerin bzw. den Klassenlehrer ihres Sohnes/ ihrer Tochter, bzw. an die Jahrgangsleitung.