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Au revoir Deutschland – Fünf Wochen Schüleraustausch in Paris

06.08.2007

Nachdem meine Familie und ich uns im Februar 2007 dazu entschieden hatten, eine junge Pariserin namens Elsa als Austauschschülerin bei uns aufzunehmen ...

 
... und sie von März bis April 2007 fünf Wochen lang bei uns gewesen war, machte ich mich Ende Mai 2007 zum Gegenbesuch nach Paris auf. Die Vorstellung war traumhaft: Die letzten vier Wochen des Schuljahres in Paris, der Stadt der Liebe und der Mode zu verbringen, während meine Freunde noch schwitzend die Schulbank drücken mussten.
Ich fuhr jedoch nicht allein nach Paris, sondern mit meinen beiden Freundinnen Hannah und Lynn, die auch Austauschschülerinnen bei sich aufgenommen hatten.

 
Die Abfahrt

Am sechsundzwanzigsten Mai 2007, dem Pfingstsamstag, war es dann endlich soweit. Hannah, Lynn und ich nahmen am Kölner Hauptbahnhof den Schnellzug Thalys nach Paris. Auf der Fahrt waren wir total aufgeregt und gespannt, was auf uns zukommen würde.
Am Pariser Gare du Nord, wo uns unsere Gastfamilien abholten, trennten sich schließlich unsere Wege, doch wir sollten uns ja dienstags (der Pfingstmontag war auch in Frankreich ein Feiertag) in der Schule wiedersehen.
 
Meine Gasteltern, Elsa und ich nahmen also die Metro, um nach Hause zu fahren. Man muss dazu sagen, dass ich ein riesiges Glück mit der Adresse meiner Familie hatte: Sie wohnt am Boulevard St.Germain im Quartier Latin, mitten im Herzen von Paris. Zu Fuß ist man in fünf Minuten auf der Île de la Cité, am Panthéon oder im Park Jardin du Luxembourg.
Doch wie sich herausstellte, sollte ich an meinem ersten Wochenende in Frankreich nicht viel von Paris mitbekommen, da wir zu Elsas Großeltern ins Burgund fuhren. Leider war das Wetter dort sehr schlecht, so dass wir fast die ganze Zeit im Haus verbringen mussten.
Freistunden über Freistunden

Dienstag war also der erste Schultag am Collège Henri IV, das sich zusammen mit dem Lycée Henri IV direkt neben dem Panthéon und in der Nähe der Sorbonne befindet. Gleichzeitig mit Hannah, Lynn und mir waren noch fünf andere Mädchen aus Berlin und drei Jungen aus Köln dort. Die Direktorin organisierte für uns alle eine Besichtigungstour durch das Collège und das Lycée.
Zwar hatten wir eigentlich einen Stundenplan bekommen und sollten den Unterricht einer neunten Klasse besuchen, doch mochten es nicht alle Lehrer, wenn fremde Schüler an ihrem Unterricht teilnahmen, und so hatten wir viele Freistunden.
Dies war jedoch nicht weiter schlimm, da wir einfach auf dem Schulhof in der Sonne saßen, in den Permanence, einem beaufsichtigten Aufenthaltsraum für Freistunden, oder ins CDI gingen.
Das CDI war dort jedoch ganz anders als das des FEG aufgebaut: Den Schülern standen PCs mit Internetzugang zur Verfügung und man konnte sich aus einer großen und modernen Auswahl einen Film aussuchen und anschauen. So sahen wir in unseren Freistunden unter anderem Filme wie „Der Herr der Ringe“, „Das Parfüm“ oder „Der weiße Hai“.
Oh là là, la culture

Natürlich durfte die Besichtigung von unzähligen Monumenten und Museen in Paris nicht zu kurz kommen. Und so schauten wir uns direkt in der ersten Woche das Panthéon, den Louvre und den Eiffelturm an.
Die Stimmung in der Krypta des Panthéons war sehr schön, jedoch befinden sich dort auch die Gräber vieler berühmter französischer Persönlichkeiten, wie etwa Victor Hugo und Marie Curie.
Da wir beim Eiffelturm keine Lust hatten uns an der Kasse für den Fahrstuhl anzustellen, stiegen wir bis zur zweiten Plattform zu Fuß hoch. Von dort aus hatte man, wie nicht anders erwartet, einen hervorragenden Blick über Paris.

An meinem zweiten Wochenende in Paris besuchte ich mit meiner Gastfamilie  Versailles. Allerdings schauten wir uns nur die Gärten und Lustschlösser an, da man an der Kasse eine Stunde hätte anstehen müssen, um Eintrittskarten für das Schloss zu kaufen. Doch dies war nicht weiter schlimm, denn die Sonne schien und so verbrachten wir den ganzen Tag im Freien.
Außerdem aß ich in Paris zum ersten Mal in meinem Leben beim Japaner und probierte Sushi.
Ich war überrascht, wie lecker roher Fisch sein kann, da ich vorher die Vorstellung, rohen Fisch mit Reis und Algen zu essen, nicht sonderlich appetitlich fand.

In der letzten Woche meines Aufenthalts in Paris ging ich mit meiner Gastfamilie in die Oper. Wir sahen „Le bal masqué“ von Giuseppe Verdi. Da die Oper auf italienisch gesungen wurde und die französischen Übertexte so schnell durchliefen, dass ich nichts verstand, hörte ich die Oper eher wie ein Konzert und konnte dabei die hervorragende Akustik der Opéra Bastille genießen.

An einem anderen Abend war ich mit Elsa und ihrer Mutter auf den Champs-Elysées. Wir waren so losgefahren, dass wir dort den Sonnenuntergang erlebten. Aber am besten gefielen mir die Champs-Elysées  bei Nacht, als alle Geschäfte beleuchtet waren und der Arc de Triomphe angestrahlt wurde.
Très chic

In der Stadt der Mode durfte natürlich eines auch nicht fehlen: Shopping.
Oft war ich mit Hannah und Lynn sogar mehrmals in der Woche in den Einkaufsstraßen unterwegs, da unsere Austauschschülerinnen alle sehr zentral wohnten und es von ihnen, wie auch vom Collège aus, nicht sehr weit bis zu einigen der  Pariser Haupteinkaufsstraßen war.
Wir lernten während unseres Aufenthaltes auch den Kleidungsstil der Pariserinnen und Pariser kennen und sagen auch hier in Deutschland noch manchmal: „Guck mal, die oder der kommt bestimmt aus Paris.“

Außerdem stellten wir fest, dass das, was bei uns gerade modern ist, in Paris schon ein Jahr vorher aufkam und umgekehrt die Kleidung, die man dort in den Geschäften findet, bei uns ein  Jahr später auch zu kaufen sein wird.
Aber das wirkliche Ausmaß der Modewelt in Paris lernte ich erst in der letzten Woche meines Aufenthaltes kennen: Die „Soldes“, also der Sommerschlussverkauf, hatten begonnen, und es war, als ob man irgendwo in der Stadt einen Sack mit modesüchtigen Pariserinnen aufgemacht hätte:
Die Schlangen an den Kassen waren teilweise so lang, dass man eine halbe Stunde warten musste und sämtliche Geschäfte komplett überfüllt waren.


Elsa

Mit Elsa hatte ich mich schon hier in Deutschland gut
verstanden, aber in Paris wurde unsere Freundschaft noch enger.
In den Weihnachtsferien 2007 bin ich für eineinhalb Wochen zu ihr gefahren und Elsa hat mich während ihrer Frühlingsferien 2008 für eine Woche besucht. Ich denke, dass unsere Freundschaft auch weiterhin bestehen wird und wir uns noch oft sehen werden.
Veronika Mohr, Klasse 9c

Individueller Schüleraustausch nach Paris

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