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Projekt EULE

Auf dieser Seite finden Sie aktuelle und Berichte aus den vergangenen Jahren.

Ab Schuljahr 2011/12: EULE dienstags von 14 - 16 Uhr

5 Jahre EULE: Erleben Unterrichten Lernen Experimentieren

… und seit fast drei Jahren darf ich mich nun schon Teil des generationsübergreifenden Projekts, der EULE, nennen. Leider ist das Schuljahr 2011/2012 mein letztes Jahr bei EULE, ich gehöre zum Abiturjahrgang 2012.

Die Anfänge von EULE reichen in das Jahr 2006, das Projekt EULE wurde auf Initiative der Bürgerstiftung Bonn gegründet. Bis heute ist so einiges passiert. Inzwischen findet EULE immer dienstags von 14 bis 16 Uhr statt. Die  Unterrichtsstunden der „Lehrerinnen und Lehrer“ liegen so, dass sie Dienstagnachmittags selbst unterrichten können: Computer, Handy, Bildbearbeitung, Englisch, Französisch, Spanisch und was sonst noch so von den Senioren gewünscht wird.

Mein EULE-Tag

Ein Mal in der Woche beginnt die Mittagspause ganz anders als die anderen vier Tage meiner Schulwoche. Zur Mitte der 7. Stunde mache ich mich mit Frau Wurster auf den Weg zum Raum A008. Dort angekommen werden Tische und Stühle so gerückt, dass eine gemütliche Kaffeerunde entsteht.  Um Punkt 14 Uhr finden wir uns dann im CDI ein, wo Frau Dr. Grote ihre allwöchentliche Begrüßungsansprache an die Senioren und deren „Lehrerinnen und Lehrer“, unsere FEG-Schülerinnen und –schülern, hält.

Währenddessen nehmen Herr Dr. Grote, der „beste Kaffeekocher in Bonn“ nach Aussage der Senioren, und ich die großen Mengen an Kaffee, Zucker, Kaffeemilch, (Schoko-)Kekse und ab und zu auch mal den ein oder anderen von Seniorinnen oder Senioren liebevoll selbstgebackenen Kuchen in Empfang.

Dann machen sich die Schüler-LehreInnen mit ihren SeniorenschülerInnen an die Arbeit. Eine Stunde lang wird konzentriert gearbeitet.

In der Zeit komme ich mit meinem wesentlichen Part: Namensschilder verteilen, Anwesenheit erfassen,  Plätzchen auf die Teller verteilen und alles was noch mit der Organisation zu tun hat. Das habe ich mir ausgesucht, Frau Wurster und Frau Dr. Grote – die immer über all und nirgends ist - freuen sich über meine Unterstützung.

Zur Kaffeepause vermischen sich wieder alt und jung und unterhalten sich über das Neuerlernte oder über Privates.

20 Minuten später darf ich mit meiner kleinen Klingel die Gespräche wieder in die Lehrräume verlegen. Was in der Mittagspause aufgebaut wurde, muss nun wieder an Ort und Stelle zurückgebracht, Geschirr gespült, die Namensschilder eingesammelt werden.

Zum Schluss wird alles verschlossen und jedem noch ein fröhliches „Bis nächste Woche!“ zugerufen.

Julia Werni Q2 (Abi 2012)



Senioren und Technik – Kurzbesuch bei EULE

Eigentlich will ich nur ein paar Informationen für meine Semesterabschlussarbeit sammeln. „Senioren und Technik“ ist das Thema, da bietet sich das Projekt EULE förmlich an. Mit gemischten Erwartungen schließe ich mich der knapp 15 Personen umfassenden Lerngruppe an, froh, meine alte Schule wiederzusehen, aber nicht ganz sicher, was ich davon halten soll, die nächsten zwei Stunden einen Computerkurs für Senioren über mich ergehen zulassen. Doch schon nach wenigen Minuten sind meine Zweifel beseitigt.

Die Atmosphäre lässt sich mit der einer Volkshochschule nicht vergleichen. Kein dröger Vortrag, keine Tafel, kein Lehrplan: Schülerinnen und Schüler, Seniorinnen und Senioren finden sich in kleinen Gruppen zusammen, es wird gelehrt, was gerade gefragt wird. Die Gruppe neben mir diskutiert über Bildbearbeitung, auf der anderen Seite des Tisches erklärt eine Oberstufenschülerin, wie man einer E-Mail Anhänge hinzufügt. Das Lernklima ist entspannt, denn es scheint Jeder Jeden zu kennen. Viele der Seniorinnen und Senioren sind regelmäßig hier, einige sogar seit den Anfängen, als die damalige Jgst. 11 im Februar 2007 das Projekt unter der Leitung von Frau Dr. Grote übernahm.

Gerade das Lernen nach Bedarf findet großen Anklang, denn egal, mit welchem Problem die Seniorinnen und Senioren zu ihren Lehrerinnen und Lehrern kommen, irgend jemand weiß immer Bescheid und kann helfen. Und niemand verdreht die Augen, egal wie banal die Fragen aus dem Blickwinkel der jüngeren Altersklasse auch sein mögen. Die Schülerinnen und Schüler verstehen es ausgezeichnet, sich in die Situation einer Generation zu versetzen, die nun einmal nicht mit Handy, Laptop und Navi aufgewachsen ist.

Wie produktiv diese Arbeitsweise ist, zeigt schon die Kaffeepause, denn sie muss nach hinten verschoben werden, da viele der Kleingruppen regelrecht dazu gezwungen werden müssen, ihre Diskussionen für eine Weile in einen anderen Raum zu verlegen. Hier habe ich auch die Gelegenheit, mich mit den Schülerinnen und Schülern zu unterhalten, die nachmittags zu Lehrerinnen und Lehrern werden. Auch von ihnen sind viele schon seit fast zwei Jahren dabei, kommen Woche für Woche. Für die Jgst. 11 wurde der Stundenplan „umgeräumt“, damit der Donnerstagnachmittag frei wurde. Ein bisschen stolz sind sie, die 9er und 11er, schon, dass das Projekt so gut läuft. Der Erfolg scheint ihnen Recht zu geben, der Konsens zwischen Organisatoren, Schülerinnen, Schülern und Seniorinnen und Senioren ist jedenfalls durchweg positiv. Nicht nur die Projektleiterin Frau Dr. Grote ist begeistert vom Einsatz der Schülerinnen und Schüler, die Senioren freuen sich, eine Anlaufstelle für ihre technischen Probleme zu haben.

Nach der Kaffeepause überlasse ich die Lerngruppen wieder ihrer Arbeit, schließlich muss ich aus so viel Begeisterung jetzt irgendwie einen objektiven Bericht schreiben.
Manuel Paulus (Abitur 2007) Februar 2010

Eule – Schüler unterrichten Senioren (Erleben, Unterrichten, Lernen und Experimetieren) dabei wird nicht nur gemeinsam gelernt, sondern es werden auch Freundschaften geknüpft.
Wir reden miteinander nicht nur über englische Grammatik oder E-Mail Programme, sondern auch über die Familie, die Hobbys und die Ferienpläne, man lernt viel über- und voneinander, denn natürlich haben auch die teilnehmenden Senioren viel erlebt und gesehen, und können so ihren Teil zum Lernaustausch beitragen.
Diese Freundschaft spürt man vor allem bei unserer Weihnachtsfeier und dem Fest zum Schuljahresende und natürlich auch jeden Donnerstag in der Kaffeepause.
Wenn einmal ein Geburtstag auf den EULE-Tag fällt, gibt´s natürlich auch eine kleine Feier mit selbstgebackenem Schokokuchen!
Sabine Böhringer E11 November 2009

Eule – Schüler unterrichten Senioren, zunächst klingt dies in den Augen eines Schülers nicht so spannend oder vielversprechend. So ging es auch mir als mich Frau Grote damals fragte, ob ich nicht Lust hätte bei Eule auszuhelfen. Zunächst war ich skeptisch, konnte mir nichts wirklich unter Eule vorstellen. Dies sollte sich jedoch schon nach der ersten Unterrichtsstunde ändern. Ich selbst war überrascht wie gut der Rollentausch und die Zusammenarbeit zwischen Senioren und Schülern funktionierte. Nach einer gewissen Zeit war es für mich mehr einem Freund etwas beizubringen als einer fremden Person, da sich alle Senioren stets wissbegierig und interessiert zeigten. Dies galt nicht nur in Bezug auf PC-Kenntnisse sondern auch auf ganz alltägliche Sachen. Man sprach über Hobbies oder Freizeitaktivitäten und so kam es, dass nach einiger Zeit jeder Schüler ''seinen'' festen Senior hatte.
Interessant zu sehen war zudem wie die 30-minütige Kaffeepause genutzt wurde. Hier saßen Schüler und Senioren an einem Tisch unterhielten sich miteinander und so kam eine richtig gemütliche Stimmung auf. Die Klischees von Jung und Alt schienen hier bei Eule nicht zu gelten. Die Senioren zeigten sich begeistert und dankbar indem sie immer öfters Kuchen und Plätzchen mitbrachten, während die Schüler von der lockeren Art der Senioren immer wieder überrascht wurden. So erging es mir auch, vom anfänglichen Skeptiker wurde ich letzten Endes zu dem Schüler der am längsten dabei ist und den Spaß an der Sache nie verloren hat. Für mich persönlich steht bereits fest, sollte sich auch nach dem Abitur die Möglichkeit ergeben donnerstags nochmal bei Eule vorbei zu schauen weiß ich mit Sicherheit, dass ich diese Chance nutzen werde. Zu guter Letzt gilt mein Dank in besonderer Weise Frau Grote ohne die ich wahrscheinlich nicht zum Projekt Eule gefunden hätte.
Tim Dreckmann  Jgst. 13 April 2009

YES WE CAN

Wir – das sind die Seniorinnen und Senioren, die das große Glück haben, sich jeden Donnerstag mit jungen Menschen treffen zu können, die uns helfen, Sprachen zu erlernen oder wieder aufzufrischen, den Umgang mit einem PC zu erkunden, ein Handy bedienen zu können oder Theater zu spielen.

Das alles ermöglicht das Projekt EULE (es steht für Erleben, Unterrichten, Lernen, Experimentieren) des Friedrich-Ebert-Gymnsiums, bei dem die Schülerinnen und Schüler unter der Leitung von Frau Dr. Grote unserem bunten Senioren-Völkchen ihre Freizeit opfern. Wir sind sicher, es erfordert viel Geduld, uns alles verständlich zu machen und vieles öfter zu wiederholen. Die sachkundige Hilfsbereitschaft der jungen Leute lässt uns hoffen. Wir trauen uns jetzt viel mehr zu. Ein Bravo für diesen Generationen-Dialog!

Die gemeinsame Kaffee-Pause unter Mithilfe von Herrn Dr. Grote macht uns allen viel Spaß und trägt zum allseitigen Kennenlernen bei.

Wir danken vor allen Dingen unseren jungen Lehrerinnen und Lehrern, das sind vor allem die diesjährigen Abiturientinnen und Abiturienten, der Projektleiterin Frau Grote und der Leiterin des FEG, Frau Andereya, die das Projekt begonnen haben und allen, die es weiter führen.

Wir sind stolz, dabei zu sein und sagen jetzt immer öfter:

YES WE CAN

Stimmen aus dem Senioren-Völkchen:

Mein Sohn hat am FEG sein Abitur gemacht, mein 12jähriger Enkel lernt zur Zeit dafür. Und nun drücke ich hier mit meinen fast 80 Jahren wieder jeden Donnerstag die Schulbank und es macht Riesenspaß.
 
Mittlerweile habe ich schon viel gelernt, so dass ich mit dem Laptop nicht mehr auf dem Kriegsfuß stehe. Ich freue mich, dass ich jetzt im Internet ohne fremde Hilfe surfen kann.
 
Ich finde diese Idee großartig, zumal mir meine Enkel, damals noch im Grundschulalter, deutlich zu verstehen gegeben haben, dass ich ohne PC-Kenntnisse chancenlos oder anders ausgedrückt, nicht mehr „IN“ sei.
 
Mein Oma-Tag – dieser Tag ist kein Tag, an dem meine Enkel hüte. Nein, an diesem Tag tue ich etwas nur für mich – meinen Geist, meinen Körper und meine Seele.

Jeden Donnerstag fahre ich am Vormittag mit Bus und Bahn von Rheinbach nach Bonn. Vom Hauptbahnhof aus laufe ich kreuz und quer durch die Innenstadt, esse eine Kleinigkeit und auf geht’s mit der S-Bahn zum FEG. Dort Lasse ich mir von meiner jungen Lehrerin die Geheimnisse des Computers erklären. Sie hat eine sagenhafte Geduld mit mir, die kein Mitglied meiner Familie für mich aufbringen würde. Das Schwätzchen in der Kaffeepause trägt zum allgemeinen Erfahrungsaustausch zwischen Jung und Alt bei. Den Tag runde ich ab mit dem Kauf von Fischbrötchen für meinen Mann. Jedes mal fragt mich die nette Verkäuferin:“Ach, ist schon wieder Donnerstag?“ Gegen 19.00 Uhr komme ich etwas matt aber zufrieden nach Hause.
Edith Wirtz und Karl-Heinz Mahler aus dem Kreis der Senioren März 2009

“Eule” ist ein Projekt, welches dazu beiträgt, die Zusammenarbeit und den Kontakt zwischen den verschiedenen Generationen,in diesem Fall Schüler/innen und Seniorinnen und Senioren zu fördern.
Dazu wird von den Schülern/innen, die sich dazu bereit erklärt haben, jeweils Donnerstag Nachmittags von 14.00- 16.00 Uhr ein Unterricht organisiert. Es handelt sich dabei um verschiedene Kurse, wie zum Beispiel den Umgang mit dem Computer oder dem  Mobiltelefon oder Fremdsprachenkurse. Die interessierten Schüler/innen werden aus der Jahrgangsstufe 11 ausgewählt.
 Auch ich habe mich für das Projekt angemeldet. Vorgesehen war ein Konversationskurs im Fach Englisch. Anfangs war ich mir etwas unsicher, ob ich an dem Projekt teilnehmen  sollte, da ich nicht wusste, was mich erwartete, und welche Vorbereitungen ich treffen müsste. Es überraschte mich, dass so wenig Interesse an dem Englischkurs bestand, und sich nur eine Person angemeldet hatte.
Ich beschloss jedoch, die Herausforderung anzunehmen und sie als Chance zu sehen, meine Fähigkeiten austesten zu können, schließlich bekommt man nicht jeden Tag das Angebot, in die “Lehrerrolle” schlüpfen zu können. Meine “Schülerin”, Frau Maria van den Abeelen, war als Entwicklungshelferin in zahlreichen afrikanischen Ländern tätig gewesen und hat sehr viele interessante Geschichten aus ihrem Leben erzählt. Wir haben uns von Anfang an sehr gut verstanden. Die erste Stunde haben wir mit Plaudern und der Planung der bevorstehenden Unterrichtsstunden  verbracht. Da wir nur zu zweit waren, hatten wir natürlich ganz andere Möglichkeiten. Die Unterrichtsinhalte wurden flexibel gehandhabt und abgesprochen. Wünsche sowie Kritik wurden offen geäußert. In den Stunden haben wir Kurzgeschichten besprochen, unter anderem auch solche, die ich schon im Englischunterricht behandelt hatte. Es folgten Fabeln, Gedichte, Dialoge und zahlreiche Übungen zum Wortschatz und zur Grammatik. Das Gestalten der Unterrichtsstunden machte mir sehr viel Spass, und nebenbei verbesserte es mein Englisch und somit die Grundlagen für ein gutes Abitur. Neben den Vorteilen, seine Kompetenzen im Fach Englisch verbessern zu können, bietet der Kurs außerdem die Möglichkeit sich selber zu testen. Das Selbstbewusstsein entwickelt sich weiter, man wird mutiger und experimentierfreudiger. Eine wichtige Rolle spielt meiner Meinung nach auch der Spaß, den man dabei hat. Die Senioren/innen sind freundlich und  höflich und berichten gerne über Erfahrungen und Erlebnisse aus ihrem eigenen Leben.
Zum Informationsaustausch und gemeinsamen Beisammensein dient die Kaffeepause von 14.45 bis 15.15 Uhr.
Mir persönlich hat der Kurs sehr viel gebracht, und ich würde mich freuen, wenn diese Zusammenarbeit weiter bestehen könnte. Deshalb hoffe ich, dass sich möglichst viele Schüler/innen der kommenden Jahrgangsstufe 11  anmelden werden, damit das Projekt erfolgreich weiter geführt werden kann.
Seht es als Chance, nicht als Belastung!
Linda Julkunen Jgst 12 Dez 2007